Takashi Murakami (*1962 in Tokio) entwickelt seit den 1990er Jahren ein vielschichtiges Œuvre, das auf präzise Weise japanische Bildtraditionen, zeitgenössische Popästhetik und ökonomische Mechanismen miteinander verwebt. Ausgangspunkt seiner Arbeit ist eine intensive Auseinandersetzung mit Nihonga – der japanischen Malerei der Moderne – sowie der Ästhetik von Manga, Anime und Konsumgütern. Mit dem von ihm geprägten Begriff „Superflat“ beschreibt Murakami nicht nur die formale Reduktion auf zweidimensionale, farbintensive Oberflächen, sondern auch die kulturelle Gleichzeitigkeit von Kunst, Werbung und Massenbildwelt.
Zentrale Motive wie die Figur „Mr. DOB“, abstrahierte Schädel oder lächelnde Blumen erscheinen in endloser Wiederholung, oft bis zur visuellen Überforderung. In dieser Wiederholung liegt weniger Ironie als eine Strategie: die Verdichtung kultureller Zeichen zu einer Oberfläche, in der Bedeutungen aufscheinen und zugleich ins Leere laufen. Murakamis Werke oszillieren zwischen Überfluss und Leere, Spiritualität und Konsum, Abbild und Oberfläche – nicht selten mit Bezug zu kollektiven Traumata wie der Atombombe oder dem Tōhoku-Erdbeben.
Seine Arbeiten wurden international in bedeutenden Häusern gezeigt, darunter das Museum of Modern Art (MoMA) in New York, die Tate Modern in London, das Kunsthaus Zürich oder das Kyoto City KYOCERA Museum of Art. Mit seiner Produktionsfirma Kaikai Kiki Co. schafft Murakami zudem eine Infrastruktur, in der Kunstproduktion, Management und Förderung junger Talente eng miteinander verzahnt sind.
(Quellen: Museum of Modern Art (MoMA), Tate Modern, Kunsthaus Zürich)