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Lu Cheng, Die Weite

Lu Cheng, Die Weite

Lu Cheng

Die Weite, 2022

Skulptur Volumen / Ton
gebrannte Keramik

32cm x 29cm x 12cm

signiert, datiert

 

„Die Weite“ ist eine Werkserie, in der ich Skulpturen aus Ton kreiere. Die keramischen Skulpturen bilden organische Körper, die durch eine Vielzahl von unregelmäßigen "Stacheln" geformt werden. Die Stacheln scheinen sich in einem dynamischen Prozess zu befinden. Ich interessiere mich für die feinen Gebilde natürlicher Körper und beschäftige mich in meiner Kunst mit biomorphen Formen. Dabei entwickle ich ein widersprüchliches Gefüge aus pseudo-natürlichen Objekten. Die biomorphen Formen halten einen Moment im Prozess des Wachsens fest, der ohne absehbares Ende weitergeführt werden könnte. Die ausgestellten Werke sind keine wirklichkeitsgetreuen Abbildungen existierender Natur, sondern vielmehr das Ergebnis einer weitergefassten Interpretation der Natur in ihrer Formenvielfalt und Lebhaftigkeit. Meine Arbeitsweise beruht auf der Beobachtung der Vielfalt biomorpher und architektonischer Formen. Im Prozess einer fast meditativen Konzentration sowie einer präzisen und langwierigen Umsetzung meiner Beobachtungen entsteht ein eigener Kosmos. Dabei entwickle ich widersprüchliche Gebilde aus Material und Formen. Gleichzeitig betrachte ich die Verbindungen meiner Werke mit ihrer Umgebung.

Lu Cheng, geboren 1996 in Shanghai/China. Lebt und arbeitet in München/Deutschland. | Ausbildung: 2014-2016, Industriedesign an der Akademie der Bildenden Künste China; 2017-2018, Freie Kunst Fotografie bei Prof. Dieter Rehm, Akademie der Bildenden Künste München; seit 2018, Freie Kunst Grafik bei Prof. Peter Kogler, Akademie der Bildenden Künste München | 
In meiner künstlerischen Arbeit setze ich mich mit verschiedenen Formen des Wachstums biomorpher Formen auseinander. Durch meine intensive Beschäftigung mit verschiedenen Materialien entstehen installative und skulpturale Objekte, welche im Prozess des Wachstums innehalten. Diese sind keine Repräsentation natürlicher Organismen, sondern pseudonatürliche Objekte, die durch einen langen handwerklichen Prozess entstehen, In dem ich aus meiner spielerischen Auseinandersetzung mit dem Material und dessen Eigenschaften eine eigene Beziehung zu dem Objekt und seiner Umwelt aufbaue. 
Ein Teil meiner Arbeiten entsteht durch das Knüpfen oder Häkeln organischer Formen, welche ich als Soft- Skulpturen beschreiben würde. Durch die Verarbeitung von Materialien, wie Kupferdraht oder Nylonfäden erwachsen Körperhüllen, die ganz bewusst immer wieder Assoziationen wecken, die jenseits des verwendeten Ausgangsmaterials liegen.
Innerhalb der Werkserie „Netz“ entstehen Netze, die schon bestehende natürliche Dinge überziehen und untersuchen, wie Netz, 2021 oder als Hülle beziehungsweise Haut ein eigenes Organisches Objekt bilden, wie in Netz, 2022. Dabei interessiert mich der Körper, als Mischwesen. Als etwas, was sich ständig transformiert, die Umgebung formt und gleichzeitig von ihr geformt wird. 
 Zusätzlich zu den Soft-Skulpturen ist in den letzten Jahren eine Reihe von Keramik Arbeiten entstanden. Diese schaffen ausgehend von der Form der „Stachel“ verschiedene biomorphe Objekte, welche die Form der Stacheln auf unterschiedliche Art darstellen und entwickeln.
In der Arbeit Stacheln entstehen flächig angeordneten Stachelteppiche. Diese spielen mit der ambivalenten Funktion der glänzenden Keramikstacheln, einen Körper schützen aber auch attackieren zu können. 
Während Die Weite die Stacheln in eine organische Form überführt, die in einem schwarmähnlichen Gefüge unterschiedliche Formen des Wachstums und der Ausdehnung andeuten lässt. Dabei verwende ich in beiden Arbeiten das Material Ton. Durch das spielerische Austesten des Materials entstehen dann verschiedene Formen, die im Falle der spitzen Stachelteppiche und der weichen organischen Form das Material widersprüchlich erscheinen lassen können.
 In all meinen Arbeiten spielt das Wachstum im Sinne des becoming eine wichtige Rolle. 
Deuten die Netzstrukturen, wie die Keramiken eine wachsende Bewegung an, die ohne absehbares Ende weitergeführt werden könnte. Das Wachstum ist für mich ein natürlicher Prozess, der die Brücke zwischen natürlichen Organismen und meinen pseudonatürlichen Arbeiten schaffen kann. In Bezug auf meine Arbeiten kann mein Arbeitsprozess als persönliches Wachstum gesehen werden. Dabei spielt meine konzentrierte, langwierige handwerkliche Arbeitsweise eine Rolle, die mir Zeit gibt zu beobachten und meine Objekte Schritt für Schritt im Prozess zu entwickeln.

Manner Villa | Klampfelberggasse 2/4 | 1170 Wien
Work #1070
Anfangsdatum 11/10/2023 11:00
Enddatum 24/10/2023 20:30
Aufgeld 12.5%

Lu Cheng, Die Weite