Lisa Obereders (*1998 in Kärnten) malerische Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung einer abstrakten, gestischen Bildsprache, die von Intuition, Wahrnehmung und unterbewussten Eindrücke geprägt ist.
Obereders Bilder entstehen im Spannungsfeld zwischen spontaner Bewegung und langer, prozesshafter Verdichtung. Manche Werke wachsen über Wochen und Monate in übereinandergelagerten Farbschichten, andere erfassen flüchtige Impulse, körperlich und unmittelbar.
Ausgangspunkt ist oft eine persönliche Beobachtung, ein Gespräch, eine Erinnerung, eine Melodie, Fragmente, die sich im Arbeitsprozess überlagern, verschieben, verlieren oder wieder auftauchen. Die Bildentstehung selbst ist nie isoliert, sondern reagiert auf räumliche Bedingungen, auf Material, Stimmung, auf Zeit. Gerade in diesem offenen Zugang auch über Malerei hinaus, in Zeichnung, Musik oder Text, sucht Obereder nach einer unabhängigen Sprache, die Wahrnehmung nicht illustriert, sondern tastend, sinnlich und frei erfahrbar macht.
Nominiert von Veronika Dirnhofer
Kunst und Bild | Figuration (bei Kirsi Mikkola,Francis Ruyter, Alastair Mackinven) - Akademie der Bildenden Künste Wien