Irene Andessner, I.M. Dietrich #2
Irene Andessner
I.M. Dietrich #2, 2001
Leuchtkasten
160 x 124 cm
Verkaufspreis: auf Anfrage
Miete pro Monat: € 120 (exkl. Ust.)
Vermietet an Falstaff Living (Schottenring 2-6, 1010 Wien).
Für ein Artist-in-residence-Projekt des Podewil, Zentrum für aktuelle Künste Berlin, befasst sich Irene Andessner ein Jahr lang mit dem „Mythos Marlene“ – den Marie Magdalene Dietrich (1901–1992) bereits im Alter von elf Jahren durch eigenmächtiges Zusammenziehen ihrer Vornamen namentlich begründet, dann strategisch aufgebaut, später als (weibliche) Waffe gegen Hitler-Deutschland eingesetzt. Das Rollenkonzept Andessners: Schrittweise Verwandlung in eine Frau, die behauptet, „die Dietrich“ zu sein – beobachtet von Fotografen und Kameraleuten. Performances und Produktionen in Wien, München, Köln, Berlin. In der Identifizierung geht Andessner über eine mentale Einstimmung, die körperliche Verwandlung und Darstellungen (z.B. Auftritte auf einer Kölner Travestiebühne) hinaus, heiratet am 24. Nov. 2001 (nach Ausschreibung an 450 Berliner [„M sucht Dietrich“] und Casting aus 28 Bewerbern) Arnim Dietrich, um – mit ihrem zweiten Vornamen Maria – die Arbeitsergebnisse mit „I.M. Dietrich“ zu signieren – eine Signatur, die sich wie „I am Dietrich“ aussprechen lässt.
Ihr Frack kommt aus dem Atelier von Marlene Dietrichs Lieblingsschneider Knize. Die Brautfotos (im Papier-Remake des Brautkleids aus „Flame Of New Orleans“) schießt Gunter Sachs. Porträts nach Sternberg-Fotografien macht Alex Majewski. Unter den Künstlern, die das bildnerische Ergebnis der Werkgruppe mitdefinieren, finden sich Matthias Herrmann, Kiddy Citny, Wolf D. Wolf. Damit entfernt sich die „Selbstporträtkünstlerin“ Andessner nicht nur vom eigenen Aussehen, sondern auch vom herkömmlichen Autorenbegriff.
| Work | #120 |
|---|---|
| Anfangsdatum | 20/09/2022 11:32 |
| Enddatum | 01/11/2025 10:48 |
Irene Andessner, I.M. Dietrich #2